UlliK - 14.8.2009 um 12:29
Hallo Ihr Typomanen,
ich schreibe gerade an meiner Zwischenprüfung zum Thema Typografie und bin
verzweifelt auf der Suche nach ein paar wirklichen Fakten (Zahlen, Beweise)
was den Nutzen/die Funktion von Typografie angeht.
Falls ihr nicht wisst, was ich meine, hier zwei fiktive Beispiele:
- 82 % aller Holländer haben Dank der neuen Formulare (besser gesetzt,
übersichtlicher, besser lesbar) ihre Steuererklärung eher abgegeben.
- würde das z.B. Kölner Telefonbuch ohne Rücksichtnahme auf platzsparende
Typografie gesetzt, wäre es nicht 9 cm sondern 2,50 m dick.
Wisst ihr was ich meine? Ich finde einfach nicht die passende Lektüre für
solche Informationen. Hat jemand einen Hinweis? Ihr würdet mir sehr dabei
helfen.
Danke und viele typo-Grüße,
UlliK
[Editiert am 14/8/2009 von UlliK]
MiCHi - 17.8.2009 um 23:02
Hallo UlliK,
Deine zwei Beispiele kannte ich nicht, finde sie aber sehr interessant. Ich
habe eben selber mal etwas in meinen Büchern recherchiert, aber erstmal
keine Daten gefunden, sorry.
Ich denke aber auch, dass man mit solchen Zahlen aufpassen muss. Die 2,5m
beispielsweise kommen vermutlich nur zustande, wenn man mutwillig Platz
verschwendet, was dann aber auch nicht sehr aussagefähig ist (die 2,5m kann
ich sicher noch auf 5m ausdehnen).
Passend finde ich in diesem Zusammenhang das Zitat von Paul Renner: „Der
Glaube an das Zählen und Messen verführt in allen Künsten zu den größten
Fehlern.“
Will sagen: Ob beispielsweise eine Schrift zu einer bestimmten Aufgabe
passt oder nicht, kann man nur schwer mathematisch ermitteln. Warum für die
eine Aufgabe die eine Lösung passen kann, für eine andere Aufgabe aber eine
ganz andere, hängt von schier unendlich vielen Faktoren zusammen. Und zu
allem Überfluss kann genau das Brechen aller Regeln zur gesuchen Lösung
führen.
Also: Solche Anekdoten finde ich äußerst unterhaltsam, als typografischer
Gestalter sollte man auf solche Zahlen aber nicht angewiesen sein.
Viel Erfolg noch!
P.S. Gerade jetzt fällt mir doch noch was ein: Kurt Weidemann stellte
damals beim Redesign des Logos der Deutschen Bahn als besonderen Vorteil
heraus, dass es viel Geld sparen würde, da – durch den Wechsel von negativ
nach positiv – nicht mehr soviel Farbe (bzw. Fäden bei den genähten Logos)
verbraucht würde. Wir ist’s, als hätte er damals bei auch irgendwo mehr
oder weiniger konkrete Zahlen genannt.
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