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Das Wesentliche, der Charakter der Schrift, beruht auf der Kalligrafie. Es gibt solche Grundsätze, die sich in der Schriftgestaltung kaum verändern. Es ist auch ein Fehler, das Schriftdesign der Technik anzupassen. Daraus entstehen schlechte Schriften. --- Adrian Frutiger
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Letzte Aktivität: 4.2.2012 um 17:12
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pacman
Junior Member   Beiträge: 7 Registriert: 14.1.2009 Status: Offline
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erstellt am: 14.1.2009 um 08:36 |
Hallo Leute,
ich bin froh, ein Forum gefunden zu haben, dass sich mit Typografie
auseinander setzt.
Ich habe mir fest vorgenommen, irgendwann mal meine eigene Schrift zu
entwerfen.
Darum habe ich vor einiger Zeit ein wenig mit Kalligrafie angefangen und
mir nun zu Weihnachten das Buch "Anatomie der Buchstaben" von Karen Cheng
gekauft. Nun ist dieses Buch wirklich voll mit Informationen, aber trotzdem
weiß ich irgendwie nicht, wie ich anfangen soll. Im dem Buch steht, dass
man mit dem Buchstaben "O" anfangen sollte. Na ja, zumindest ist das "O"
der erste Buchstabe in dem Buch. Nun ja, das steht zwar drin, wie so ein
"O" aussehen muss, aber nicht, wie ich selber anfange eines zu entwerfen.
Ich habe jetzt einfach angefangen, auf einem Blatt Papier, lauter
Buchstaben des Typs "O" zu zeichnen... immer und immer wieder! Ich dachte
mir, dass ich nur so verstehe, wie so ein "O" gezeichnet wird. Bin ich da
auf dem richtigen Weg? Hat vielleicht jemand ein paar nützliche Tipps für
einen Anfänger? Ich bin mir nicht sicher, ob ich in dem richtigen Bereich
gepostet habe oder dass so etwas schon mal gefragt wurde. Falls ja, bitte
ich um Entschuldigung. Ansonsten bin ich sehr froh hier zu sein und hoffe
auf eine lehrreiche Zeit.
Lieben Gruß
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Andreas
Administrator   Beiträge: 282 Registriert: 1.9.2002 Status: Offline
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erstellt am: 14.1.2009 um 10:16 |
Eigentlich ist es egal wie du anfängst. Tatsächlich beginnt man oft mit dem
kleinen n. Davon kann man m, h, i, l ableiten und dann kommt das kleine o.
Wenn Du eine Schrift aus dem Schreiben heraus entwickelst, also selbst mit
der Hand schreibst, gibt es eine Menge Bücher und Hefte zum Thema, meist
antiquarisch. Du kannst aber die Schrift auch ganz am Computer entwerfen
ohne jemals Papier zu nutzen.
http://briem.ismennt.is/
http://typophile.com/node/12369? |
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pacman
Junior Member   Beiträge: 7 Registriert: 14.1.2009 Status: Offline
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erstellt am: 14.1.2009 um 10:51 |
Also ich würde schon erstmal Buchstaben zeichnen können. Aber wenn ich mal
welche direkt am Computer entwerfen will, dann würde ich das in Illustrator
machen… oder sollte man gleich eine passende Software nutzen? |
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Andreas
Administrator   Beiträge: 282 Registriert: 1.9.2002 Status: Offline
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erstellt am: 14.1.2009 um 12:02 |
Buchstaben zeichen hat nichts mit Kalligrafie zu tun. Wer kalligrafisch
begabt ist, dem fällt es viel leichter aus dem Schreiben heraus zu
gestalten. Sonst ist eben Zeichnen angesagt. :-) Zum Zeichen am Computer
würde ich Illustrator für oder vergleichbares für die Grobzeichnung
empfehlen. Aber dann gleich ein Fonteditor wie FontLab oder TypeTool und
dort die Grobform weiter bearbeiten. Je erfahrener man mit diesen Tools
wird, desto weniger wird man Illustrator und Co. brauchen. |
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pacman
Junior Member   Beiträge: 7 Registriert: 14.1.2009 Status: Offline
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erstellt am: 14.1.2009 um 12:20 |
Das Buchstaben zeichnen nichts mit Kalligrafie zu tun hat, ist mir schon
klar. Jedoch wenn man kalligrafieren kann, versteht man die Entstehung der
heutigen Buchstaben besser. Mit Buchstaben zeichnen, meinte ich schon
Buchstaben wie die einer Garamond oder welche auch immer. Also ich möchte
keine Schreibschrift "nachzeichnen", sondern richtige Buchstaben zeichnen,
also dann auch auf Millimeterpapier. Also eigentlich wollte ich wissen wir
ihr denn so angefangen habt. Habt ihr erst irgendwelche Buchstaben aus dem
Kopf gezeichnet, Buchstaben von vorhandenen Schriftarten nachgezeichnet
oder irgendwelche Schriftlogos wie auf Verpackungen nachgezeichnet? Also
kurzum: Was habt ihr gemacht, damit das Zeichnen von Buchstaben in Fleisch
und Blut übergeht?
Lieben Gruß |
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Michel_M.
Member   Beiträge: 186 Registriert: 20.8.2003 Status: Offline
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erstellt am: 17.1.2009 um 11:04 |
Ich glaube, entscheidend ist eine ungefähre Vorstellung von der zu
zeichnenden Schrift zu haben. Dann ergibt sich der Rest von ganz allein.
Bei meiner aktuell veröffntlichen Schrift habe ich mit dem "o" begonnen,
weil das die konstruktive Basis dieses Fonts ist. Alle anderen Buchstaben
wurden davon abgeleitet.
Bei anderen Schriften habe ich aber auch anders begonnen.
Aber wie die beste Arbeitsweise ist, muß wohl jeder für sich selbst
herausfinden. Aber unabdingbar ist Wissen, viel Wissen.
Ein sehr hilfreiches Büchlein für die Entwicklung von Buchstaben ist: Der
Schriftatlas, von Ernst Reimann und Hans-Joachim Riethmüller aus dem
Bechtermünz Verlag.
Das ist die Ergänzung, aus der Sicht des Schreibens, zum Buch von Karen
Cheng. |
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pacman
Junior Member   Beiträge: 7 Registriert: 14.1.2009 Status: Offline
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erstellt am: 6.2.2009 um 11:48 |
Ich habe da eine kleine Frage:
Wenn ihr so ein "O" zeichnet, fangt ihr da mit der Punze an oder mit der
Kontur?
Ich bekomme noch nicht so recht ein schönes "O" hin 
Entschuldigt die blöde Frage…
Lieben Gruß |
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Michel_M.
Member   Beiträge: 186 Registriert: 20.8.2003 Status: Offline
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erstellt am: 6.2.2009 um 12:05 |
quote: Entschuldigt die blöde
Frage..
Es gibt keine blöden Fragen, es gibt nur blöde Antworten :-)
quote: fangt ihr da mit der
Punze an oder mit der Kontur
Es kommt darauf an, in welchem Programm ich das mache. In Illustrator
benutze ich eher eine Mittellinie. Kontur und Punze ergeben sich also.
Erstelle ich den Buchstaben komplett in FL,
zeichne ich beides eher von Hand. FL bietet da ja
einige Hilfen für das Erzeugen von Konturen.
Ansonsten: Zeichnen, Punkte schieben, löschen, zeichnen, Punkte schieben
… ;-) |
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pacman
Junior Member   Beiträge: 7 Registriert: 14.1.2009 Status: Offline
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erstellt am: 6.2.2009 um 14:09 |
Also im Moment zeichne ich komplett mit Bleistift.
Und da gerade immer wieder den Buchstaben "O". Nur da habe ich mir immer
die Frage gestellt, ob ich erste die Punze zeichne und dann die Kontur oder
umgekehrt.
Aber es hört sich so an, als ob du gleich in den Programmen zeichnest.
Skizzierst du dir erst deine Idee und setzt die gleich in vektoren um? |
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Michel_M.
Member   Beiträge: 186 Registriert: 20.8.2003 Status: Offline
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erstellt am: 6.2.2009 um 16:22 |
In meinem speziellen Fall, ich erstelle hauptsächlich konstruierte
Buchstaben, gehe ich von einem geometrischen Grundgerüst aus. Ich arbeite
also in einer Art Raster.
(Meine kürzlich veröffentliche Schift, +vier, habe ich allerdings auch mit
Bleistift auf Papier entwickelt; im Urlaub ;-) )
Wenn ich Buchstaben für eine Satzschrift entwickel, fange ich mit der
Außenkontur an und arbeite mich dann nach Innen, bzw Oben und Unten.
Aber nochmals: Es ist ganz entscheidend die Form des Buchstabens schon in
den Gedanken zu haben. Finde ich.
Ganz früher habe ich auch mal damit experimentiert Detailpapier über den
Ausdruck einer Schrift zu legen und diese dann zeichnend zu varieren. Da
hat man einen "Halt" und kann freie Formen entwickeln. |
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