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Zitate
Das Wesentliche, der Charakter der Schrift, beruht auf der Kalligrafie. Es gibt solche Grundsätze, die sich in der Schriftgestaltung kaum verändern. Es ist auch ein Fehler, das Schriftdesign der Technik anzupassen. Daraus entstehen schlechte Schriften.
--- Adrian Frutiger

Linotype.com

...das Original.

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Autor: Betreff: Wie fängt man an?

Junior Member





Beiträge: 7
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  erstellt am: 14.1.2009 um 08:36
Hallo Leute,

ich bin froh, ein Forum gefunden zu haben, dass sich mit Typografie auseinander setzt.
Ich habe mir fest vorgenommen, irgendwann mal meine eigene Schrift zu entwerfen.
Darum habe ich vor einiger Zeit ein wenig mit Kalligrafie angefangen und mir nun zu Weihnachten das Buch "Anatomie der Buchstaben" von Karen Cheng gekauft. Nun ist dieses Buch wirklich voll mit Informationen, aber trotzdem weiß ich irgendwie nicht, wie ich anfangen soll. Im dem Buch steht, dass man mit dem Buchstaben "O" anfangen sollte. Na ja, zumindest ist das "O" der erste Buchstabe in dem Buch. Nun ja, das steht zwar drin, wie so ein "O" aussehen muss, aber nicht, wie ich selber anfange eines zu entwerfen. Ich habe jetzt einfach angefangen, auf einem Blatt Papier, lauter Buchstaben des Typs "O" zu zeichnen... immer und immer wieder! Ich dachte mir, dass ich nur so verstehe, wie so ein "O" gezeichnet wird. Bin ich da auf dem richtigen Weg? Hat vielleicht jemand ein paar nützliche Tipps für einen Anfänger? Ich bin mir nicht sicher, ob ich in dem richtigen Bereich gepostet habe oder dass so etwas schon mal gefragt wurde. Falls ja, bitte ich um Entschuldigung. Ansonsten bin ich sehr froh hier zu sein und hoffe auf eine lehrreiche Zeit.

Lieben Gruß


 
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Beiträge: 282
Registriert: 1.9.2002
Status: Offline

  erstellt am: 14.1.2009 um 10:16
Eigentlich ist es egal wie du anfängst. Tatsächlich beginnt man oft mit dem kleinen n. Davon kann man m, h, i, l ableiten und dann kommt das kleine o. Wenn Du eine Schrift aus dem Schreiben heraus entwickelst, also selbst mit der Hand schreibst, gibt es eine Menge Bücher und Hefte zum Thema, meist antiquarisch. Du kannst aber die Schrift auch ganz am Computer entwerfen ohne jemals Papier zu nutzen.

http://briem.ismennt.is/
http://typophile.com/node/12369?

 
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Junior Member




Beiträge: 7
Registriert: 14.1.2009
Status: Offline

  erstellt am: 14.1.2009 um 10:51
Also ich würde schon erstmal Buchstaben zeichnen können. Aber wenn ich mal welche direkt am Computer entwerfen will, dann würde ich das in Illustrator machen… oder sollte man gleich eine passende Software nutzen?
 
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Administrator




Beiträge: 282
Registriert: 1.9.2002
Status: Offline

  erstellt am: 14.1.2009 um 12:02
Buchstaben zeichen hat nichts mit Kalligrafie zu tun. Wer kalligrafisch begabt ist, dem fällt es viel leichter aus dem Schreiben heraus zu gestalten. Sonst ist eben Zeichnen angesagt. :-) Zum Zeichen am Computer würde ich Illustrator für oder vergleichbares für die Grobzeichnung empfehlen. Aber dann gleich ein Fonteditor wie FontLab oder TypeTool und dort die Grobform weiter bearbeiten. Je erfahrener man mit diesen Tools wird, desto weniger wird man Illustrator und Co. brauchen.
 
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Junior Member




Beiträge: 7
Registriert: 14.1.2009
Status: Offline

  erstellt am: 14.1.2009 um 12:20
Das Buchstaben zeichnen nichts mit Kalligrafie zu tun hat, ist mir schon klar. Jedoch wenn man kalligrafieren kann, versteht man die Entstehung der heutigen Buchstaben besser. Mit Buchstaben zeichnen, meinte ich schon Buchstaben wie die einer Garamond oder welche auch immer. Also ich möchte keine Schreibschrift "nachzeichnen", sondern richtige Buchstaben zeichnen, also dann auch auf Millimeterpapier. Also eigentlich wollte ich wissen wir ihr denn so angefangen habt. Habt ihr erst irgendwelche Buchstaben aus dem Kopf gezeichnet, Buchstaben von vorhandenen Schriftarten nachgezeichnet oder irgendwelche Schriftlogos wie auf Verpackungen nachgezeichnet? Also kurzum: Was habt ihr gemacht, damit das Zeichnen von Buchstaben in Fleisch und Blut übergeht?

Lieben Gruß

 
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Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 17.1.2009 um 11:04
Ich glaube, entscheidend ist eine ungefähre Vorstellung von der zu zeichnenden Schrift zu haben. Dann ergibt sich der Rest von ganz allein.
Bei meiner aktuell veröffntlichen Schrift habe ich mit dem "o" begonnen, weil das die konstruktive Basis dieses Fonts ist. Alle anderen Buchstaben wurden davon abgeleitet.
Bei anderen Schriften habe ich aber auch anders begonnen.

Aber wie die beste Arbeitsweise ist, muß wohl jeder für sich selbst herausfinden. Aber unabdingbar ist Wissen, viel Wissen.
Ein sehr hilfreiches Büchlein für die Entwicklung von Buchstaben ist: Der Schriftatlas, von Ernst Reimann und Hans-Joachim Riethmüller aus dem Bechtermünz Verlag.
Das ist die Ergänzung, aus der Sicht des Schreibens, zum Buch von Karen Cheng.

 
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Junior Member




Beiträge: 7
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Status: Offline

  erstellt am: 6.2.2009 um 11:48
Ich habe da eine kleine Frage:

Wenn ihr so ein "O" zeichnet, fangt ihr da mit der Punze an oder mit der Kontur?
Ich bekomme noch nicht so recht ein schönes "O" hin

Entschuldigt die blöde Frage…

Lieben Gruß

 
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Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 6.2.2009 um 12:05
quote:
Entschuldigt die blöde Frage..

Es gibt keine blöden Fragen, es gibt nur blöde Antworten :-)

quote:
fangt ihr da mit der Punze an oder mit der Kontur

Es kommt darauf an, in welchem Programm ich das mache. In Illustrator benutze ich eher eine Mittellinie. Kontur und Punze ergeben sich also.
Erstelle ich den Buchstaben komplett in FL, zeichne ich beides eher von Hand. FL bietet da ja einige Hilfen für das Erzeugen von Konturen.

Ansonsten: Zeichnen, Punkte schieben, löschen, zeichnen, Punkte schieben … ;-)

 
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Junior Member




Beiträge: 7
Registriert: 14.1.2009
Status: Offline

  erstellt am: 6.2.2009 um 14:09
Also im Moment zeichne ich komplett mit Bleistift.
Und da gerade immer wieder den Buchstaben "O". Nur da habe ich mir immer die Frage gestellt, ob ich erste die Punze zeichne und dann die Kontur oder umgekehrt.

Aber es hört sich so an, als ob du gleich in den Programmen zeichnest. Skizzierst du dir erst deine Idee und setzt die gleich in vektoren um?

 
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Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 6.2.2009 um 16:22
In meinem speziellen Fall, ich erstelle hauptsächlich konstruierte Buchstaben, gehe ich von einem geometrischen Grundgerüst aus. Ich arbeite also in einer Art Raster.
(Meine kürzlich veröffentliche Schift, +vier, habe ich allerdings auch mit Bleistift auf Papier entwickelt; im Urlaub ;-) )

Wenn ich Buchstaben für eine Satzschrift entwickel, fange ich mit der Außenkontur an und arbeite mich dann nach Innen, bzw Oben und Unten.

Aber nochmals: Es ist ganz entscheidend die Form des Buchstabens schon in den Gedanken zu haben. Finde ich.

Ganz früher habe ich auch mal damit experimentiert Detailpapier über den Ausdruck einer Schrift zu legen und diese dann zeichnend zu varieren. Da hat man einen "Halt" und kann freie Formen entwickeln.

 
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