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Ein Buch wird um so mustergültiger, je reiner die einfache Schönheit der Typen in ihm zur Wirkung kommt. Aus ihr spricht, in ihr beruht, mit einem Worte, der Ruhm der Buchkunst.
--- Giambattista Bodoni

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Autor: Betreff: Gute Typographie braucht Unicode

Administrator





Beiträge: 810
Registriert: 9.6.2002
Status: Offline

  erstellt am: 5.6.2007 um 00:44
Warum man sich für die konsequente Verwendung von Unicode einsetzen muss, wenn man im Alltag die typographisch korrekten Zeichen sehen will...

Bitte hier entsprechende Diskussions-Beiträge zum Thema posten, welches in diesem Artikel angesprochen wurde.

--
Wer meint, er verstehe was von Schrift, weil er es ja lesen könne, irrt sich gar sehr. (Jan Tschichold)

 
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Member




Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 7.6.2007 um 11:16
quote:
für die konsequente Verwendung von Unicode einsetzen muss


Ganz in meinem Sinn und die volle Unterstützung!

Aber wie soll das gehen, wenn nicht mal das Bewußtsein für die richtige Schreibweise von rein deutschen Inhalten besteht? Also Anführungszeichen, Gedankenstriche, ß, etc …
Was man da immer häufiger im Bildungsträger #1, dem öffentlich rechtlichem Fernsehen, zu sehen bekommt ist schon bitter …

 
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Administrator




Beiträge: 810
Registriert: 9.6.2002
Status: Offline

  erstellt am: 11.6.2007 um 07:51
Ein anderes Problem: Hersteller von Mail-Programmen und Anbieter von kostenlosen Mail-Diensten (GMX, Web.de, etc.) sollten doch von vornherein auf die Codepage UTF-8 (Unicode) umstellen – und nicht ISO-8859-1 als Standard einrichten. Das mag zwar alles momentan wunderbar klappen, wenn ich mit deutschen und /oder englischen Kontakten maile. Aber was ist mit anderen, deren Zeichen in ISO-8859-1 gar nicht enthalten sind…?

Es bringt mir herzlich wenig, wenn ich mein Mailprogramm anweise, UTF-8 zu verwenden; der Kunde hat einen web.de-Account und dort wird alles in Matsch verwandelt. Der Kunde meldet sich bei mir und sagt, er könne nix lesen. Es macht mit der Zeit das Gegenüber sehr aggressiv und er denkt, ich mache den Fehler. Und ich wäre nicht mal bereit, diesen »Fehler« zu beheben, obwohl er es mir mitgeteilt hat. Ich bin es langsam leid, meinem Gegenüber die Zusammenhänge von Darstellung und Codepage zu erläutern, denn meine Kunden wollen keine Erklärungen, sondern dass es funktioniert. Was soll ich also machen? Ich stelle also wieder auf ISO-8859-1 um…

Leider kein Einzelfall, sondern eher die Regel.
Und besonders verrückt wird es, wenn die Kombination Mac und Web.de auftritt…

Und genau da sehe ich das Problem: alle Anbieter haben irgendwo (offen oder versteckt) den einen oder anderen Vorteil, es bei dem zu belassen, was momentan ist. Babylonisches Schriftgewirr.

--
Wer meint, er verstehe was von Schrift, weil er es ja lesen könne, irrt
sich gar sehr. (Jan Tschichold)

 
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Member




Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 11.6.2007 um 09:45
Das bedeutet doch (für uns Gestalter und Schriftentwerfer), daß wir einen genügend großen Druck erzeugen müssen. Frage ist, wie groß muß der sein?

Vielleicht sollte – analog zur Vorgehensweise der Verbraucherzentrale – eine Rote Liste öffentlich gemacht werden. Auf die kann dann (möglichst oft und deutlich) verwiesen werden.
Das Ganze vielleicht noch mit einem einprägsamen Logo/Slogan gekoppelt …

Aber ich befürchte, wir Europäer können gar nicht so viel Druck erzeugen, daß amerikanische Firmen darauf reagieren :-/

Zu dem Mailproblem: Da scheint die Lösung in der Verwendung von HTML-codierten Mails zu liegen. Auch wenn ich das (aus Sicherheitsgründen) nicht befürworten kann.

Spinne gerade mal so vor mich hin. Die Chinesen haben doch ähnliche Probleme und als Lösung eine stark vereinfachte aber für alle brauchbare Schriftvariante gefunden. Wäre das nicht ein sehr eleganter Weg für die internationale Kommunikation?

 
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Member




Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 18.6.2007 um 12:58
Heute im Gespräch mit »meinen« Programmierern hat sich ein weiteres Problem oder Hindernis ergeben:
Viele WebSites werden heute automatisiert erstellt; häufig über Content-Management-Systeme. Wir arbeiten beispielsweise verstärkt mit Typo3. Ein nachträgliches »Umschalten« der Datenbank auf UTF-8 ist dabei praktisch unmöglich.
Und selbst wenn von Beginn auf UTF-8 eingerichtet wurde, gibt es massive Probleme beim Import von Daten. Bisweilen sogar Probleme durch die unterschiedlichen File-Systeme.
Im schlimmsten Fall wird die Darstellung im Browser zerstört, da durch die unterschiedliche Byte-Anzahl (je nach Kodierung) dieses Zeichen als Steuerzeichen erkannt und ausgegeben wird …







[Editiert am 18/6/2007 von Michel_M.]

 
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Member




Beiträge: 146
Registriert: 5.8.2002
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  erstellt am: 19.6.2007 um 07:42
quote:

Im schlimmsten Fall wird die Darstellung im Browser zerstört, da durch die unterschiedliche Byte-Anzahl (je nach Kodierung) dieses Zeichen als Steuerzeichen erkannt und ausgegeben wird …



Naja, nicht wirklich. Das Umkodieren von Daten gehört nun wirklich zum Standardrepertoir in der Informatik. Das sollte überhaupt kein Problem darstellen. Erst recht, wenn man von einem beschränkten (8-Bit-)Zeichensatz zu Unicode wechselt, der erstere ja alle als Schnittmenge enthält.

Ralf

 
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Junior Member




Beiträge: 39
Registriert: 15.5.2007
Status: Offline

  erstellt am: 19.6.2007 um 11:05
quote:

Naja, nicht wirklich. Das Umkodieren von Daten gehört nun wirklich zum Standardrepertoir in der Informatik. Das sollte überhaupt kein Problem darstellen. Erst recht, wenn man von einem beschränkten (8-Bit-)Zeichensatz zu Unicode wechselt, der erstere ja alle als Schnittmenge enthält.


Haken könnte aber sein, dass Unicode-/UTF8-codierte Texte mehr Platz brauchen.
Wenn dann bei Feldern mit festen Feldlängen der vorhandene Platz schon komplett gefüllt ist und ein Umlaut drin ist, fehlt hinterher hinten was…
Einfach rüberschieben kann, auch wenn’s zeichensatzmäßig eine Untermenge ist, seine Tücken haben…

 
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Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 27.6.2007 um 22:30
quote:
Haken könnte aber sein, dass Unicode-/UTF8-codierte Texte mehr Platz brauchen

Es ist wohl so, daß die Daten im gleichen Format vorliegen müssen wie die Datenbank eingerichtet ist. Also, wenn die Datenbank 2-Byte-kodiert ist, muß der Text ebenfalls 2-Byte-kodiert sein.

Wenn das Interesse besteht, bitte ich meinen Programmierer das Problem genauer zu schildern.

 
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Beiträge: 146
Registriert: 5.8.2002
Status: Offline

  erstellt am: 28.6.2007 um 06:57
Trotzdem sind das alles nicht wirklich ernsthafte Probleme. Jeder Datenbestand und jede Datenbank lässt sich nach Unicode konvertieren. Wenn die Administratoren da etwas von unüberwindlichen Problemen faseln, sind sie nur zu faul.

Ralf

 
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Beiträge: 186
Registriert: 20.8.2003
Status: Offline

  erstellt am: 28.6.2007 um 07:09
quote:
Jeder Datenbestand und jede Datenbank lässt sich nach Unicode konvertieren

Ja, sicher, aber ich sprach von Typo3, bzw ein Problem bei der Erstellung von Content mit Typo3.
Das macht der Anwender selbst; da gibt es keinen "Fachmann" mehr dazwischen. Die Anwender laden ihre Texte hoch und fertig ist …

Mich würde in diesem Zusammenhang aber mal interessieren, ob es bei euch Probleme mit Sonderzeichen bei Weitergabe von Daten für den Bereich Print gab.
Ich gebe praktisch nur noch PDF-Dateien an die Druckereien, schick im reinen PDF-X1a-Standard, und habe keine Schwierigkeiten (bisher :-) ) …

 
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Beiträge: 146
Registriert: 5.8.2002
Status: Offline

  erstellt am: 28.6.2007 um 07:24
quote:
Das macht der Anwender selbst; da gibt es keinen "Fachmann" mehr dazwischen. Die Anwender laden ihre Texte hoch und fertig ist …

Ich arbeite auch mit Typo3. Die Daten werden ja über das Backend eingegeben. Der Benutzer muss sich dabei ja überhaupt keine Gedanken über die Kodierung machen. Die erfolgt selbstständig im Hintergrund.

quote:

Mich würde in diesem Zusammenhang aber mal interessieren, ob es bei euch Probleme mit Sonderzeichen bei Weitergabe von Daten für den Bereich Print gab.
Ich gebe praktisch nur noch PDF-Dateien an die Druckereien, schick im reinen PDF-X1a-Standard, und habe keine Schwierigkeiten (bisher :-) ) …


Probleme gibt’s nur, wenn die Kodierung für das Empfängerprogramm nicht bekannt ist. Bei doc, rtf, indd etc. ist das kein Problem. Bei E-Mail und TXT aber schon. Hab gerade diese Woche erst wieder einen Kundentext als TXT bekommen. Schöner Sonderzeichensalat. Bei besseren Editoren gibts ja aber zum Glück die Möglichkeit, die Kodierung on-the-fly zu ändern. (»Interpretieren als … Latin1, UTF8 etc.)
Wenn’s viele Dateien sind: http://free.abracode.com/cyclone/

Ralf

 
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