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Zitate
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Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen: Stecken Sie sich einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde; stecken Sie sich zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert. --- Pearl S. Buck
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Warum man sich für die konsequente Verwendung von Unicode einsetzen muss, wenn man im Alltag die typographisch korrekten Zeichen sehen will.
Die gute Nachricht zuerst: Das versale Eszett wird in Unicode aufgenommen. Die schlechte: Man wird es im deutschen Behördenalltag nicht benutzen können. Und ebenso wenig in E-Mails… und in den meisten Printmedien wird es auch nicht zu finden sein.
Warum? Weil die deutschen Behörden, Nachrichtenagenturen, Printmedien und Webmail-Provider die Umstellung auf Unicode schlichtweg seit Jahren verschlafen haben!
Auf EU-Ebene funktioniert das mit Unicode schon prima – wie sonst ließen sich 23 Amtssprachen in drei Alphabeten unter einen Hut bekommen? Doch hier zu Lande wird statt Unicode (ISO 10646) leider immer noch der veraltete Zeichensatz ISO-8859-1 verwendet. Dieser ist mit gerade mal 256 Zeichen bereits voll besetzt und hat ebenso wenig Platz für ein versales Eszett wie für andere nötige Buchstaben: Meine osteuropäischen Bekannten machen regelmäßig unliebsame Bekanntschaft mit ISO-8859-1, wenn die rechtlich korrekte Schreibweise ihres Namens (z.B. mit č, ł oder ę) unter der Begründung „Unsere Software kann das nicht“ verweigert wird. Die meisten Webmail-Server sind ebenfalls ISO-8859-1-basiert und verhackstücken Nachrichten im Unicode-Format gnadenlos (Schöne Grüße --> Schöne Grüße). Bei den Printmedien ist es noch abstruser: Die Redaktionen behaupten, die typographisch falsche Schreibweise (z.B. Milosevic statt Milošević) lieferten ihnen die die Nachrichtenagenturen, die Nachrichtenagenturen wiederum geben an, sie müssten sich am Standard der Kunden orientieren und könnten deshalb nur im Format ISO-8859-1 liefern. Schlechte Karten also für das versale Eszett.
Am 26. September ist Europäischer Tag der Sprachen. An diesem Tag wird Leonard Orban, der neue EU-Kommissar für Sprachenvielfalt, offiziell die Empfehlungen seiner hochrangigen Beratergruppe vorstellen. Eine dieser Empfehlungen wird möglicherweise der konsequente Gebrauch von Unicode sein.
Es wäre sehr zu empfehlen, wenn sprachbewusste Menschen diese Empfehlung umgehend aufgreifen und an die Verantwortlichen (Abgeordnete, Redakteure, Verwaltung, IT) herantragen würden.
- Die Politiker müssen dazu aufgefordert werden, die Gesetze zu aktualisieren. Das versale Eszett muss beispielweise im Datensatz für das Meldewesen (DSMeld) unter „zulässige Zeichen“ aufgelistet werden (zusammen mit der Festlegung auf Unicode als Zeichensatz), sonst fordert ein Namensträger es auf dem Meldeamt vergeblich ein. Adressat ist der Deutsche Städtetag. Auch im Personenstandsgesetz, im Melderechtsrahmengesetz und im Passgesetz sollte man Unicode festschreiben. Das wäre dann Sache des Bundestages. Im Übrigen sind die deutschen Behörden aufgrund diverser völkerrechtlicher Verträge sogar verpflichtet, sämtliche lateinischen Sonderzeichen zu achten, eine Anpassung der Gesetze ist also nur konsequent.
- Zeitungsredaktionen müssen für die Zeichensatzfrage und die Verwendung der korrekten Sonderzeichen und Diakritika sensibilisiert werden (kultureller Respekt, Bildungsauftrag, namensrechtliche Anforderungen). Dies kann zum Beispiel durch das Lancieren entsprechender Artikel oder das Schreiben von Leserbriefen geschehen.
Bernd Kappenberg
http://www.sonderzeichenhilfe.de
Hintergrundinfo: Studie „Zeichen setzen für Europa“ http://www.mediensprache.net/networx/networx-49.pdf
Notiz: Bitte den Beitrag in diesem Forum diskutieren.
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