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Zitate
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Schrift ist ganz ohne Frage ein Kulturgut. Eines, das einerseits niemandem gehören kann, das aber andererseits um so mehr Protektionisten und Förderer braucht. Derer sind wenig geworden. --- Hans-Georg Wenke
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Der INTERNATIONALE ARBEITSKREIS SIGNOGRAPHIE wurde von Andreas Stötzner ins Leben gerufen, um Fachleuten (die auf einem oder mehreren Gebieten der graphischen Notation maßgebliche Expertise besitzen) die Möglichkeit zum Austausch zu bieten. Die Mitglieder bieten unter signographie.de Zugang zu ihrem Wissen an. Stötzner selbst befasst sich schon seit langer Zeit mit dem versalen ß und hat diesen Vorschlag sogar (bisher vergeblich) beim Unicode-Consortium als Vorschlag eingereicht. Nun hat er nachgelegt und das Vorkommen dieses eigenwilligen Buchstabens reichlich dokumentiert:
Einzelzeichen-Dokumentation – Das versale ß Die erste Dokumentation zeigt Beispiele des versalen ß-Gebrauches vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die weitaus meisten Beispiele gehören der heutigen Zeit an und finden sich u.a. im automatisierten und typographischen Schriftsatz (z.B. für Firmierungen) sowie in der Grabmalgestaltung. Außerdem werden Bleisatzbeispiele aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts sowie zwei aktuelle handschriftliche Belege nachgewiesen.
Das zweite Dokument widmet sich in der Hauptsache dem Vorkommen dieses Buchstabens auf dem Friedhof Leipzig-Schönefeld. Stötzner schreibt dazu in seiner Ankündigung: Unter allen gegenwärtig bekannten Vorkommen von Versal-ß nehmen die epigraphischen Beispiele des Friedhofes Leipzig-Schönefeld eine Sonderstellung insofern ein, als dort eine überdurchschnittliche Häufung dieses Buchstabens auftritt. Von insgesamt 50 im Winter 2005 dokumentierten Vorkommen von ß in Versalzeilen sind 34 als ›echte‹, d.h. versal ausgeführte, die übrigen 16 als ›falsche‹ ß, d.h. als Minuskeln innerhalb der Versalzeile anzusehen. Von den insgesamt 50 gefundenen Vorkommen wird hier eine Auswahl von 30 Beispielen dokumentiert.
Für alle Freunde des versalen ß sind diese beiden Dokumente also dringend zum Download empfohlen.
PDF-Dokument 1 PDF-Dokument 2
Bitte schreibt weitere Kommentare im Form.
Notiz: Dokument 1 Oktober 2005 Update: Jetzt mit 23 Seiten und 83 Beispielen!
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Re: Das versale ß(Punkte: 1) von akapune am 26 Mai 2005 - 11:25 (Benutzerinfo | Verfasser PM schreiben) | Auf der Basis einer derart quantitativ begründeten Argumentaion ließe sich auch mühelos der »Standart« zum Standard machen. 1.100.000 Treffer in Google wären dann ja ein beeindruckendes Argument.
Fakt ist, dass die Ritter vom Versal-EsZet die Genese dieses Glyphs völlig ignorieren: Sie versuchen, aus einer Minuskel-Ligatur eine Majuskel-Ligatur abzuleiten und berücksichtigen dabei nicht die unterschiedliche Entwicklungsgeschichte der Groß- und Kleinbuchstaben.
Allen aufgeführten Beispielen sieht man die Herkunft des (großen) EsZets aus Kleinbuchstaben deutlich an – und genau so deutlich sieht man, dass es im Kontext mit den Großbuchstaben ausgesprochen deplaziert und wie ein Fremdkörper wirkt. Von der Verwechselung mit dem großen »B« ganz zu schweigen …
Hoffentlich bleibst das Unicode-Konsortium standhaft und macht diesen Unfug nicht mit.
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