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Zitate
Die deutsche Schrift ist uns eine Lebensnotwendigkeit wie Luft, Wasser und Brot. Aber auf die lateinische wollen wir so wenig verzichten wie auf Salz, Wein und Musik. Und das sei auch das Maßverhältnis.
--- Otto Hupp

Linotype.com

...das Original.

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Interview: Faulhabers Verwandlung der Frutiger
Gepostet von: preusss
Frutiger – Die Wandlung eines Schriftklassikers»Adrian Frutiger ist durch seine Schriften omnipräsent – selbst in den abgelegensten Winkeln unseres Erdballs. Er hat die Welt der Kommunikation durch sein Schaffen nachhaltig geprägt.« Diesen Ausspruch Bruno Steinerts (Geschäftsführer der Linotype Library) über Frutiger können wir uns nur anschließen.

Auch Prof. Kurt Weidemann bemerkte bereits 1994: »Sein Schriftschaffen umfasst eine überschaubare Zahl gültiger Alphabete. Sie werden die telefonbuchstarken Schriftmusterbücher, gefüllt mit Banalitäten und Beliebigkeiten, überleben.«

Vor einiger Zeit hat Frutigers Schriftschaffen nun Zuwachs bekommen; nicht eine einfache Überarbeitung einer alten Schrift, auch nichts völlig Neues – aber ein gültiges Remake, das sich sehen lassen kann: die Frutiger Next.

Diese (Ver-)Wandlung wurde liebevoll und reich illustriert dokumentiert. Kurt Weidemann selbst hat das Vorwort geschrieben. Wenn das keine gegenseitige Anerkennung der Meister ist…


Hier die Frutiger als Schrift vorzustellen hat wenig Sinn, denn wer kennt und schätzt sie nicht. Die Frutiger ist sicher eine der Schriften, die den Geist unserer Zeit am Besten verkörpern. Seit Jahren ist sie in den TopTen der Bestsellerlisten – und trotzdem hat sich Linotype vor einigen Jahren entschlossen, diesem Klassiker in Absprache mit dem Meister ein Face-Lifting zu verpassen. Frutiger selbst war nie so richtig glücklich mit dem durch Brüche gekennzeichneten Ausbau der alten, originalen Schrift und der Relaunch der Univers durch Linotype gab seinem Wunsch Auftrieb, Gleiches mit der Frutiger durchführen zu können.

Mit der Neugestaltung beauftragt wurde Erik Faulhaber, ein nur auf den ersten Blick unbekannter Schriftgestalter. Dies war ein absoluter Glücksgriff, wie die Frutiger Next beweist.

Der für ausgezeichnete Bücher über Typographie bekannte schweizer Verlag Niggli hat es Faulhaber ermöglicht, den Wandlungsprozess der Frutiger zur Frutiger Next in Buchform festzuhalten. Diesen langen Entwicklungsprozess hat Faulhaber in enger Zusammenarbeit mit Meister Frutiger zurückgelegt. Dieses Buch dokumentiert auch etwas, was fast in Vergessenheit geraten scheint: die Weitergabe von Wissen vom Meister an den Jungen, von Generation zu Generation.

»Alles, was ich gelernt habe, erlebt habe und was von Relevanz ist, will ich an andere weitergeben. Dieses Wissen wird verloren gehen, wenn es nicht noch einmal dokumentiert wird.«
(Frutiger in Druckmarkt 32, 09/10 2004, S. 43)

Dieses Buch sollte auf keinem Wunschzettel von Schriftgestaltern fehlen:
Erik Faulhaber: »Frutiger – Die Wandlung eines Schriftklassikers«


Interview mit Erik Faulhaber
Erik Faulhaber hat dem typeFORUM freundlicherweise ein E-Mail-Interview gegeben, welches hier erstmalig veröffentlicht wird:

Wie (und vor allem: Warum) haben Sie angefangen, sich intensiv mit Schrift zu beschaftigen?

Der Anfang war ungefähr mit 14 Jahren. Damals habe ich Modelogos von der Größe einer Zigarettenschachtel auf A 0 Kartons mit Plaka-Farbe übertragen.

Später entstanden mit Tusche die ersten eigenen Logoentürfe für den Einzelhandel. Auch für die Kleidung und Taschen die ich geschneidert habe und meine fotografischen Arbeiten, sind eigene Logos entstanden. Die Begeisterung für Schrift war immer anwesend. Bei der Arbeit am Computer habe ich irgendwann entdeckt, wie viel einfacher und präziser Logos und Schriften entwickelt werden können.

die Frutiger Next in verschiedenen Fette-GradenWelche Beziehung haben Sie zur Schrift Frutiger gehabt, bevor Sie dieses Projekt angefangen haben?

Für Logos und Satzarbeiten habe ich die Schriften von Adrian Frutiger und Hans Eduard Meier häufig verwendet, da sie mir am geeignetsten erschienen. Ich habe mit der Frutiger gearbeitet ohne daran zu denken, daß ich sie einmal überarbeiten werde. Erst während meiner Zeit bei der Linotype Library habe ich angefangen mich gründlich mit Schriften zu beschäftigen.

Sie haben sich im Umfeld der Arbeit an der Frutiger Next sehr genau mit dem Schaffen Adrian Frutigers beschäftigt. Gibt es noch andere Schriften von Frutiger, die Ihnen so zusagen, daß Sie sich eine Bearbeitung wie bei der Next vorstellen könnten?

Oh ja, eine gibt es. Für mich mit der Frutiger die schönsten Schrift von Adrian Frutiger. Ihren Namen möchte ich allerdings erst nennen, wenn die Überarbeitung mit der Linotype Library besprochen ist.

Ich finde es zumindest merkwürdig, daß eine Schrift, die ursprünglich für Display-Anwendungen eines Flughafens entwickelt wurde, sich derartig zum Longseller der Typografie des 20. Jahrhunderts entwickeln konnte und auch in sehr kleinen Schriftgraden funktioniert. Woran liegt das?

Die Frutiger hat im Original drei Entwicklungsstufen erlebt. 1959 ist sie als neuartige Textschrift unter dem Namen Concorde erschienen. Elf Jahre später, 1970, wurde sie leicht verändert für den Flughafen als Roissy verwendet. Und erst 1975 wird sie zur Frutiger. Ihre offene und einfache Form ist geblieben, sie war von Anfang an eine hervorragenden Textschrift.

Mit welchem Schrift-Programm arbeiten Sie?

Für den Schriftentwurf arbeite ich noch immer mit Fontographer. Der einfache Aufbau der Werkzeuge bietet übersichtlich alles was nötig ist. Erst wenn darum geht MultipleMaster oder Hinting zu erzeugen, verwende ich FontLab, daß in der Technik zeitgemäßer ist.

Wie sind sie zu Linotype gekommen? Welche Arbeiten haben Sie für Linotype gemacht?

Um mich über die Geschichte und das Design der Univers zu erkundigen, habe ich bei der Linotype Library angerufen. Am Telefon war eine wirklich nette Dame, die merkte wie sehr ich mich für Schrift interessiere und mir vorschlug in Bad Homburg bei Linotype vorbeizukommen. Dort habe ich dann auch Reinhard Haus kennungelernt und ihm meine Schriftentwürfe gezeigt. Seit diesem Tag war ich dann bei Linotype.

Meine erste Arbeit war die Helvetica für BMW. Bei der Festlegung der Vor- und Nachbreite für bestimmte Satzgrößen habe ich Erfahrungen mit diesem wichtigen Thema gesammelt. Erste eigene Entwürfe waren Eurozeichen für die Linotype Univers, die Syntax oder die Frutiger.

Obwohl ich als freier Mitarbeiter beschäftigt war, hat mich Linotype von Anfang als Auszubildender aufgenommen. Ich hatte alle Freiheiten, konnte mit den wichtigsten Schriftgestaltern zusammenkommen, und habe dabei vieles gelernt. Die Frutiger Next war das erste große Projekt für Linotype. Danach folgte die Compatil. Alle Schriftprojekte an denen ich mitgewirkt habe zu nennen, das wäre zu viel.

die Frutiger Next mit echter Kursive

Wie sieht die Zusammenarbeit mit Linotype ganz praktisch aus? Gab es regelmäßige Konsultationen und/oder Korrekturen – oder haben Sie irgendwann mal die fertige Frutiger Next präsentiert, die Sie »im stillen Kämmerlein« hergestellt haben?

Während der kompletten Entwicklungszeit der Frutiger Next war ich bei der Linotype Library in Bad Homburg. Ich war ja praktisch noch in der Ausbildung. Heute wären keine zwei Jahre mehr für 18 Schnitte nötig. Ich durfte mir Zeit lassen. Zum Beispiel zur Findung meines eigenen Prinzips für die Abstufung der Strichstärken, das die Abstände zwischen den Schnitten optisch gleichmäßigen anwachsen läßt. Es war »learning by doing«, und ich war genau da, wo ich alles lernen konnte.

Wessen Idee war das Redesign der Frutiger (nun wirklich)? ;-)

Es war die Idee von Adrian Frutiger. Mit der Strichstärke seiner Frutiger Regular war er nie zufrieden. Sie war ihm zu kräftig im Grauwert. Außerdem war Adrian Frutiger von der zuvor überarbeiteten Univers so überzeugt, daß er es sich auch für seine Frutiger wünschte.

Die Frutiger Next gibt es auch Condensed in allen Fettenabstufungen. Warum wurden nicht gleich auch zur Kursiven Condensed-Schnitte erstellt?

Die Frutiger Next war umfangreicher geplant. Die Entscheidung über die Schnitte die letztlich veröffentlicht und angeboten werden liegt nicht beim Designer.

Warum hat die Frutiger Next keine Kapitälchen? Warum keine Mediävalziffern?

Auch das hat nicht der Designer zu entscheiden.

Das &-Zeichen besitzt in der Frutiger Next eine Form, welche Adrian Frutiger ähnlich ursprünglich auch in der Univers integriert hatte. Dort wurde es aber (vom jetzigen Herausgeber der Frutiger Next) durch eine »gewöhnlichere« Form ersetzt. Woher kommt dieser Sinneswandel?

Die Univers und die Frutiger haben das geschlossenere Et-Zeichen. Bei der überarbeiteten Linotype Univers ist die offenere Variante eingesetzt worden. Und dann auch bei der Frutiger Next. Das offenere Zeichen schafft mehr Raum. Et-Zeichen und Eszett sind die einzigen Zeichen die im Grundalphabet der Frutiger verändert wurden. Adrian Frutiger hat für diese Zeichen die gezeichneten Vorlagen erarbeitet.

Sie berichten, daß Frutiger selbst die »echte Kursive« – die in der Fachwelt für einiges Aufsehen gesorgt haben – eigentlich ablehnt und einen Oblique-Schnitt (wie in der alten Version) bevorzugt hätte.
Er (und Sie) beugten sich jedoch dem Wunsch des Marktes; jetzt gibt es die »echte Kursive« in starker Anlehnung an die Myriad. In den Abbildungen der kursiven Frutiger Next auf Seite 89 werden jedoch aber wieder die Oblique-Schnitte gezeigt. Ein Versehen? Absicht?


Die Myrad ist eine eigenständige Variation der Frutiger bei der die Kursive entsprechend weitergebildet wurde. Robert Slimbach und Carol Twombly haben viele hervorragende Schriften gestaltet. Mit ihrer Myriad Italic haben Sie vorbildliche Arbeit für die Frutiger Next geleistet, ohne es zu wissen.

Die Abbildung auf Seite 89 ist ein Versehen, das niemand vor dem Druck bemerkt hat. In der nächsten Auflage wird dort die echte Kursive zu finden sein.

Die alte Frutiger ist weiterhin bei Linotype erhältlich. Warum?

Die Frutiger ist eine hervorragende Schrift. Sie wird noch in unzähligen Anwendungen verwendet. Die Frutiger Next muss sich erst ein mal auf dem Markt behaupten.

Die Frutiger Next entfernt sich schon ein ganzes Stück von der Original-Frutiger. Ich denke da speziell an s und t. Ist die neue Schrift noch eine Frutiger – oder schon eine Faulhaber?

Formveränderungen finden im Grundalphabet nur bei zwei Zeichen statt.
Alles andere hat sich auch in meinem Sinne verändert: Frutiger Next.

die Frutiger Next und ihre mathematischen Zeichen

Wie sah die Zusammenarbeit mit Frutiger ganz praktisch aus?

Adrian Frutiger war die meiste Zeit in der Schweiz. Wir haben telefoniert, gefaxt und uns hin und wieder getroffen. Er hat die Vorlagen für die beiden neuen Zeichen entwickelt und den ganzen Prozess begleitet.

Ist die Frutiger Next ein »originalerer Nachfolger« der originalen Frutiger?

Das Original der Frutiger ist die Concorde von 1959. Zeichen wie das Versale Q oder das Gemeine g hatten dort eine andere Form. Die Frutiger Next folgt der Frutiger von 1975. Also ein Nachfolger der Frutiger als Nachfolger des Originals.

Warum wird bei der Frutiger Next auf die bewährten Zifferncodes der »alten« Frutiger und der Univers verzichtet?

Wenn man Condensed Light Italic als 321 bezeichnet, ist das zwar systematisch, aber nicht unbedingt benutzerfreundlich. Bei einer Schrift wie der Linotype Univers mit 59 Schnitten, kann die numerische Bezeichnung schon zur Verwirrung beitragen. Condensed Light Italic kann man sich einfach besser vorstellen.

Wenn ich das Eingangs-Zitat auf Ihrer Website (www.erikfaulhaber.de) lese, könnte man behaupten, Sie und Ihre Person treten völlig hinter Ihre Arbeit zurück. Darf man behaupten, Sie stehen gerne im Hintergrund?

Der spanische Illustrator Mariscal hat einmal gesagt: Ich backe Brötchen für den Kopf.
Ich bin froh, wenn ich die Butter beitragen kann. Hauptsache man muss nicht aufstoßen.

Sie beschreiben, daß Sie zusammen mit Reinhard Haus bei Frutiger in der Schweiz waren. Mit ihm (und Silja Bilz) haben Sie auch die Compatil entworfen. Warum hat nicht dieses bewährte Team die Frutiger Next gestaltet, sondern Sie; als fast unbekannter Gestalter im Alleingang?

die alte und neue Italic der FrutigerIch war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Linotype Library, Adrian Frutiger und Reinhard Haus haben es mir gemeinsam ermöglicht diesen Schriftklassiker zu überarbeiten. Ich hatte einfach unglaublich viel Glück.

Die Compatil ist nach der Frutiger Next entstanden und könnte ihr eigenes Buch füllen.

Warum hält sich der Herausgeber dieser Schrift so bedeckt, wer der »eigentliche Gestalter« – ich bitte dies nicht mißzuverstehen – der Frutiger Next ist. Ich meine, wenn Sie nicht das Buch über die Frutiger Next geschrieben hätten, wer wüßte, daß Sie das Projekt durchgeführt haben und Herr Frutiger ihr Mentor war.

Das war so eigentlich nicht geplant. Aber wen interessiert schon von wem die Butter auf seinem Brötchen ist, wenn es schmeckt? Jetzt kann man ja alles nachlesen.

Arbeiten Sie an neuen Projekten? Eigenen Schriften?

Gerade habe ich den Vertrag mit der Linotype Library unterschrieben. Es ist ein Schriften System als Quartett mit zwei Serifen-Varianten und zwei Serifenlosen. Insgesamt 42 Schnitte mit echter Italic und Small Caps. Das komplizierteste, was ich bisher gemacht habe. Alles hängt mit allem zusammen. Noch etwas Geduld bis sie erscheint: der Name muss erst noch geschützt werden bevor die Familie veröffentlicht werden kann.

Herr Faulhaber, wir danken Ihnen für das Interview. Wir wünschen Ihnen (und uns), daß wir bald neue Schriften von Ihnen hier im typeFORUM ankündigen dürfen.

Vielen Dank…


----
weiterführende Informationen:
Homepage von Erik Faulhaber
Verlag Niggli AG
Buchbestellung bei Amazon
Frutiger Next Family bei Linotype
Adrian Frutiger beim Klingspor-Museum [PDF]

Notiz: Nachtrag vom 23-02-2006:
Im Zusammenhang mit dem Frutiger/Segoe UI (Linotype/Microsoft) Verfahren in Alicante und dem Erfolg, den Linotype dabei verbuchen konnte, bat ich Herrn Bruno Steinert um eine diesbezügliche Stellungnahme. In diesem Zusammenhang antwortete er mir sehr ausführlich und sagte auch einige weiterführende Sätze zur Frutiger NEXT und der Rolle Herrn Faulhabers, die ich dem geschätzen Leser unseres Artikels nicht vorenthalten möchte, da sie tiefe Einblicke in die Vorgehensweise Herrn Faulhabers vermittelt. Möge sich also jeder eine Meinung zum Thema bilden.
Ich bin persönlich sehr enttäuscht über die verfälschenden und irreführenden Darstellungen im Buch, auf seiner Website und im Interview, da sie Unwahrheiten vermitteln. Nach etlichen Diskussionen im Team des typeFORUM wurde entschieden, den Interview-Artikel in unveränderter Form weiterhin im typeFORUM zu belassen, da sich mittlerweile viele Seiten darauf beziehen. Ohne diesen Zusatz würden also weiterhin zahlreiche Freunde der Schriften Frutigers glauben, Faulhaber hätte (mit Adrian Frutiger als Mentor) die Frutiger NEXT geschaffen. Und genau das ist nicht der Fall...

Bruno Steinert schrieb am 23-02-2006:
Die Idee zur Frutiger Next enstand in einem Gespräch zwischen Herrn Frutiger, unserem damaligen künstlerischen Leiter, Herrn Professor Reinhard Haus, unserem Marketing-Leiter Otmar Hoefer und mir als Geschäftsführer der Linotype.

Das Projekt zu dieser Überarbeitung und Erweiterung wurde zu 100% von Linotype gesteuert und finanziert. Herr Professor Reinhard Haus hat zur Umsetzung der Ideen unseres Teams mehre seiner Studenten als freie Mitarbeiter mit eingebunden, die den Grossteil Ihrer Design-Arbeit in unseren Räumen unter seiner Anleitung und Überwachung erstellt haben. Wesentlicher Input, wie u. a. das Konzept einer echten Kursiv und der neuen Formen für die Buchstaben “a“ und “f“ kam von unserem Marketing. Die technische Fertigstellung mit Detailvorgaben, Hinting, Qualitätstest usw. erfolgte durch unser Technikteam.

Herr Faulhaber war einer der Studenten, die unter Anleitung von Reinhard Haus an diesem Projekt mitgewirkt haben. Er war auf Stundenbasis beauftragt und bezahlt.

Herr Frutiger hat niemals mit Herrn Faulhaber unabhängig vom Linotype direkt zusammengearbeitet.

Insbesondere an der Entwicklung der kursiven Schnitte der Frutiger Next war Herr Faulhaber bestenfalls marginal beteiligt, er hat dort lediglich Interpolationen und Bereinigungen vorgenommen. Silja Bilz hat die Polschnitte dafür ausgearbeitet.

Herr Faulhaber hat keinerlei Rechte an der Frutiger Next und kann die Initiative oder alleinige Urheberschaft an dieser Schriftamilie in keiner Weise für sich beanspruchen, sehr wohl aber eine Mitwirkung, die ihm auch nicht benommen werden soll.
Begrenzung
Für den Inhalt der Kommentare sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich.
Re: Faulhabers Verwandlung der Frutiger (Punkte: 1)
von Dan_Reynolds (daniel_j_reynolds AT hotmail DOT com)
am 08 Dez 2004 - 14:40
(Benutzerinfo | Verfasser PM schreiben)
Wow! Dieser Artikel ist wirklich toll, auf der Seite zu sehen. Sehr Informativ! Danke.




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