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Re: Das versale ß(Punkte: 1)
von twardoch am 23 Jun 2005 - 16:37
(Benutzerinfo | Verfasser PM schreiben)

Andreas Seidel schreibt: "Es kommt vielmehr auf die Akzeptanz bzw. die faktische Nutzung durch eine relevante Bevölkerungsgruppe an und diese konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden. "

Ich konnte die faktische Nutzung in den angeführten Beispielen nicht sehen. In den meisten Fällen habe ich das kleine "ß", welches im Versaliensatz benutzt wurde, jedoch kein Versalien-ß.

"Wenn das Unicode Komitee für die Cherokee in Kanada oder afrikanische Minoritäten ganze Bereiche neuer Glyphen auf Grundlage weniger „Expertenmeinungen“ einführt, sollte dies für Deutschland bei nur einem Buchstaben kein Problem darstellen."

Diese Darstellung ist falsch. Richtig ist aber, dass es für Minoritätensprachen recht einfach ist, Zeichen zu kodieren, weil die Schriftsprache lediglich von relativ weingen Nutzern benutzt wird. Deutsch ist eine große, internationale Sprache, die nicht nur von Deutschen als Muttersprache benutzt wird. Im Falle von ß handelt sich z.Zt. zweifellos um einen Buchstaben, der vor allem in der deutschen Sprache benutzt wird. Dies erleichtert dies ganze ein wenig, wahr ist allerdings, dass es immer noch verhältnismäßig wenige sind, die das Versalien-ß benutzen. Es gibt weiterhin viel viel mehr Fälle, wo die ß->SS Umschreibung korrekt benutzt wird, das kleine ß im Versaliensatz ist immer selten anzutreffen.

Andreas Stötzner schreibt: "Die Frage ist nicht, ob dieser Buchstabe existiert, sondern: ob man ihn akzeptiert. "

Keine Frage, dass der Buchstabe Versalien-ß in der Geschichte existiert hat, dies belegen historische Auszüge aus Schriftmusterbüchern. Es gilt weiterhin jedoch die Frage, ob der Buchstabe existiert. Es existiert bei weitem kein Konsens, wie eine Versalform eines ß aussehen sollte. Strukturell gesehen, schlägt der Ansatz m.M.n. komplett fehl, durch eine geringfügige Veränderung der Minuskelform ß ein Pseudo-Versalien-ß herzuleiten. Es ist ein wenig das Problem der Henne und des Eis, g

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