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Gute Typographie ist etwas, das jeder sieht, aber niemand bemerkt --- unbekannt
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Re: Das versale ß (Punkte: 1) von Dan_Reynolds (daniel_j_reynolds AT hotmail DOT com) am 31 Mai 2005 - 12:28 (Benutzerinfo | Verfasser PM schreiben) | Allerdings habe ich noch nie eine befriedigende Form eines solchen möglichen Zeichens gesehen. Entweder handelt es sich um angepasste Minuskelformen, oder das Zeichen ähnelt zu stark dem Verasl B.
Zur Aufnahme im Unicode muss auch die Form des Zeichens beschrieben werden. Für mich der größte Stolperstein.
Genauso ist es! Meiner Meinung nach, redet ihr immernoch von einen Form, dass es tatsächlich noch nicht gibt. Mir wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn es nie geben würde… ich kann den Grund einfach nicht sehen. Viele setzten einen "falschen' ß als Fehler, klar… aber mann soll diesen Mittelmaß nicht als Maß für alle Dinge verwenden. Schleißlich probieren wir ständig, die typografische Welt ständig zu verbessern, egal was für Fehlern viele Anwender einsetzen.
Dass Designer während der DDR-Zeit es probiert haben, ein versale ß zu schaffen, ist für mir auch keinen Grund, das Ding im Unicode zu bringe (eher das Gegenteil). |
Re: Das versale ß(Punkte: 0) von Gast am 03 Jun 2005 - 10:18 | Liebe Freunde, das ß ist und war immer ein Zwiebelfisch, also ein Buchstabe, der sich in die falschen Kästen verirrt hat. In einer Reihe von Versalien ein ß zu benutzen ist etwa so, als würde man in einer Bilanz plötzlich ein paar römische Ziffern einsetzen:
Addieren Sie:
22,40
13,50
MDM
19,60
XII
Da würde es aber Proteste hageln!
Das Problem ist erst nach der "Recht"-schreib-"Reform" richtig heftig geworden, weil die Kommission, ohne jeden Auftrag und gegen die erklärte Absicht, ein paar Weichenstellungen vorgenommen hat, die die Sprache insgesamt beeinflussen. Die phonetische Verwendung von ß ist nämlich da erst festgeschrieben worden! Sie geisterte schon ein wenig durch die Schularbeiten-Stuben, war aber nie offiziell, denn das ist ja auch von der Mundart abhängig; die Bayern dehnen Vokale an Stellen, wo die Norddeutschen nie drauf kämen u.a.
Meiner Ansicht nach ist ein ß in einer Versalreihe Großer Unfug und wird von allen anderen Nationen als Grober Unfug gelesen.
Ein Rat an alle Grafiker: Wenn ein ß aufzutauchen droht, dann meidet Grobbuchstaben wie die Pest! Schreibt gemischt, das liest sich eh besser. Denn die Kleinbuchstaben (die übrigens mal ohne Versalien verwendet wurden; Versalien waren reine Schmuckbuchstaben für Seitenüberschriften und Kapitelanfänge) stammen aus der Kanzlei Karls des Groben, Pardon Großen und wurden für dessen Söhne und dann als allgemeine Schrift im Karolingischen Reich eigens entwickelt.
Also: Wenn ß droht, bitte gemischte Typen verwenden!
Hierzu auch http://www.e-nerling-grafik.de/selbst/typografie.html
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Re: Das versale ß(Punkte: 0) von Gast am 01 Jul 2005 - 22:17 | Es gibt kein Versal-ß! Bitte nehmt das endlich zur Kenntnis. Es gibt auch kein Gesetz, das euch verbietet, aus gemischten Zeichen zu setzen! Wer braucht Versalschriften? Sie sind monumental, zugegeben dekorativ, aber deutlich schlechter lesbar als die gleichen Inhalte in gemischten Schriften.
Wer Lust hat, kann mal hier gucken:
http://www.e-nerling-grafik.de/selbst/typografie.html
Im Übrigen besteht überhaupt kein Zwang, in einer Reihe Großbuchstaben ein ß zu setzen. Das paßt rein wie römische Ziffern in einen Kassenbon. Also: Mit gemischten Schriften sind wir in allen Fällen aus dem Schneider, und schöner ist es obendrein. |
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